Wenn der Herbst die Hecken dunkler werden lässt und zwischen den Zweigen tiefblaue Früchte leuchten, begegnet uns eine Pflanze, die für mich wie kaum eine andere für Schutz und Grenzen steht: die Schlehe.
Eine Pflanze voller Gegensätze
Die Schlehe (Prunus spinosa L.) wächst wild an Waldrändern, Feldwegen, Böschungen und in Hecken. Ihre dornigen Zweige bilden dichte Gebüsche und schaffen natürliche Grenzen in der Landschaft.
Im Frühjahr trägt sie weiße Blüten, im Herbst ihre dunkelblauen Früchte. Auch für die Natur ist sie wertvoll: Ihre Hecken bieten Vögeln Schutz und ihre Früchte dienen verschiedenen Tieren als Nahrung.
Der Dorn an der Grenze
Schon ihre Dornen erzählen von ihrer Bedeutung. Sie schützen die Pflanze und machen die Hecke schwer durchdringbar. In der europäischen Volksmagie wurde der Schwarzdorn deshalb mit Abwehr und Schutz verbunden, zugleich aber auch mit Hexerei und den wilden Kräften der Natur.
Gerade diese Gegensätzlichkeit macht die Schlehe so spannend.
Sie schützt, indem sie eine Grenze setzt.
Zwischen Härte und Süße
Schlehen schmecken zunächst herb und zusammenziehend. Traditionell wurden sie deshalb nach dem ersten Frost gesammelt, wodurch die Früchte weicher und milder werden. Heute lässt sich dieser Effekt durch Einfrieren nachahmen.
Auch darin liegt ihre herbstliche Symbolik: Härte und Süße, Schutz und Reife.
Schlehen-Oxymel
Du brauchst:
100 g Schlehen
50 g Hagebutten
50 g Weißdornbeeren
1 Zimtstange
2 kleine Zweige Rosmarin
1 Teil naturtrüben Apfelessig
3 Teile Honig
Schlehen vorher einfrieren und wieder auftauen lassen. Ist jedoch kein Muss, wer die volle Kraft nutzen möchte- verzichtet auf diesen Prozess.
Hagebutten entkernen und von den feinen Härchen befreien. Alles mit dem Honig und Essig in ein sauberes Glas geben und 2–3 Wochen dunkel ziehen lassen.
Anschließend abseihen. Kühl und dunkel lagern und nach Geschmack mit Wasser verdünnen und bei Bedarf trinken oder für Dressings verwenden.
Bei selbst gesammelten Pflanzen immer auf eine sichere Bestimmung achten.
Die Anwendung und Zubereitung erfolgt auf eigene Verantwortung; für Schäden, die durch unsachgemäße Bestimmung, Verarbeitung oder Anwendung der verwendeten Pflanzen entstehen, übernehme ich keine Haftung.
Honig ist für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet.
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