Was Spiritualität wirklich ist
Spiritualität ist ein Wort in aller Munde. Man liest es überall- auf Instagram-Bildern, in großen Versprechungen und in schnellen Lösungen. Dabei ist der Kern dessen doch etwas viel Ruhigeres, etwas viel Tiefergründiges. Schauen wir mal tiefer, denn dieses Wort verdient mehr als nur oberflächliches Verständnis.
Was heißt Spiritualität überhaupt?
Das Wort kommt vom lateinischen „spiritus" für Atem, Geist. Es geht um die Verbindung zu dem, was größer ist als wir selbst. Nicht zwangsläufig religiös, sondern eher eine innere Haltung, ein Bewusstsein dafür, dass wir Teil von etwas Größerem sind. Ein Erkennen, das über das Materielle hinausgeht. Aber auch das ist noch nicht die ganze Geschichte.
Wie ich Spiritualität sehe
Für mich ist Spiritualität die Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist. Der Baum vor meinem Fenster ist ein Teil von mir, wie ich ein Teil der Erde bin. Meine Gedanken beeinflussen die Welt um mich herum, und die Welt um mich herum beeinflusst auch mich. Es ist nicht etwas Abgetrenntes, sondern eine lebendige, pulsierende Beziehung zwischen allem.
Aber hier ist das Wichtigste: Ich bin eine Seele, die sich in diesem Körper bewegt. Dieser Körper ist mein Zuhause und nicht das Haus, in dem ich lebe. Wenn man sich das vor Augen hält, dann sieht man die Welt mit völlig anderen Augen. Dann verstehst du, dass die Pflege deines Körpers, deine Gedanken, deine innere Haltung, Teil deiner Spiritualität ist und bereits deine Praxis.
Spiritualität bedeutet für mich nicht, nur zu räuchern oder magische Arbeit zu leisten. Das sind Werkzeuge, schön und hilfreich, aber nicht der Kern. Der Kern ist die Beziehung zwischen allem- die Energie, die uns umgibt, und das, was wir daraus machen. Es ist der Geist, den wir erweitern, der Horizont, den wir ausdehnen. Es ist das Hinterfragen von allem- auch und besonders von uns selbst. Es ist die Bereitschaft, alte Gedankenmuster zu durchbrechen und zu wachsen, immer wieder.
Es ist überall
Und das Entscheidende: Spiritualität ist nicht nur etwas, das mich betrifft. Sie ist allgegenwärtig. Sie ist überall und passiert in jedem Moment. In solchen, in denen ich präsent bin und auch in denen, in denen ich das nicht bin. Sie ist in der Art, wie ich lebe, wie ich wähle, wie ich meine Verantwortung trage.
Die Magie im Alltag
Magie ist für mich nicht das Große und Laute. Sie schleicht sich in die kleinen Momente ein. Der Regen, der erscheint, wenn die Natur ihn am nötigsten hat. Die Federn, die vor meiner Haustür liegen, nachdem ich verstorbene Vogelbabys begraben habe. Ein großes Ganzes, alles miteinander verwoben.
Denn wir kamen von der Erde und auf diesem Wege werden wir auch wieder eins mit ihr. Das ist Spiritualität für mich und nicht etwas, das man macht. Es ist etwas, das man ist.
Es ist etwas, das man lebt.
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