Wenn der Herbst die Hecken mit seinen kräftigen Farben füllt, leuchten zwischen den Dornen kleine rote Früchte: die Hagebutten. Sie sind die Früchte verschiedener Wildrosen und gehören für mich zu den schönsten Zeichen des Herbstes.
Eine Frucht der Wildrose
Die Hagebutte ist keine eigene Pflanzenart, sondern die Sammelbezeichnung für die Früchte verschiedener Wildrosen. Besonders häufig findet man die Hundsrose (Rosa canina) an Feldwegen, Waldrändern, Böschungen und in Hecken.
Ihre roten Früchte reifen im Herbst und bleiben oft lange an den Zweigen, wenn die meisten Blätter bereits gefallen sind. Die Dornen der Wildrose bilden dabei dichte Hecken, die Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung bieten.
Volksmagie der Hagebutte
Durch ihre Verbindung mit der Wildrose trägt die Hagebutte eine alte Symbolik in sich. Die dornige Hecke wurde als natürliche Grenze wahrgenommen und in der europäischen Volksmagie mit Schutz und Abwehr verbunden.
Gleichzeitig steht die Rose für Liebe, Zuneigung und das Herz. In der Hagebutte treffen diese beiden Seiten aufeinander: Der Dorn schützt, während die rote Frucht das Leben bewahrt.
Auch in Überlieferungen rund um Liebe, Versöhnung und Wünsche finden sich Bezüge zur Wildrose. Ihre Bedeutung bleibt dabei regional unterschiedlich und ist nicht auf eine einzige feste Deutung festgelegt.
Räuchern mit Hagebutte
Auch getrocknete Hagebutten können verräuchert werden. Ihr Rauch ist eher fein und zurückhaltend und eignet sich besonders als Bestandteil von Mischungen mit Harzen, Hölzern und anderen heimischen Pflanzen.
In der Räucherkunde wird sie verbunden mit:
- Liebe und Herz
- Versöhnung
- Schutz
- Lebensfreude
- innerer Harmonie
Besonders schön passt sie in herbstliche Mischungen mit Waldharzen, Rosenblüten oder anderen Früchten und Pflanzen der Jahreszeit.
Sammeln
Die Hagebutten werden im Herbst gesammelt, wenn sie vollständig ausgefärbt und reif sind. Für die Verwendung zum Räuchern werden die Früchte gründlich gereinigt und anschließend vollständig getrocknet.
Beim Sammeln immer einen Teil der Früchte für die Tiere stehen lassen und nur an unbelasteten Standorten ernten.
Eine kleine rote Frucht zwischen Dornen – unscheinbar und doch voller Geschichte.
Manches, was kostbar ist, wächst eben hinter Dornen.
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