Mach langsam, leg Pausen ein, eins nach dem anderen.
Ist das wirklich so wichtig?
All das habe ich mir in den letzten Monaten mehrmals täglich ins Gedächtnis gerufen.
Ich habe mich das letzte Jahr fast selbst überschlagen. Immer weiter, höher, schneller, mehr und mehr - und natürlich alles gleichzeitig.
Kind zu Hause, Unternehmen führen, Räucherwerk planen, ernten, trocknen und natürlich Content. 24/7 erreichbar sein und nebenbei noch ein paar eBooks aus dem Ärmel schütteln.
Irgendwann kam der Punkt, an dem mein Körper ziemlich deutlich gesagt hat: Es reicht.
Ständiger Druck auf den Ohren, teilweise Hörverlust, starke Gewichtsabnahme, mangelnder Appetit, Augenringe bis zum Boden und Akne à la Pubertät, etc.
Und trotzdem lief in meinem Kopf schon die nächste Sache.
Neben all dem hatte ich private Dinge laufen und gleichzeitig diese ganze spirituelle Welt im Hinterkopf. Kräuterwissen, Rituale, Jahreskreisfeste, Bücher, Artikel, Kurse, Räuchern, Journaling. So vieles, das ich liebe und das mir etwas bedeutet.
Und natürlich sieht man auch in dieser Welt ständig Menschen, die scheinbar weiter sind. Die mehr wissen, mehr praktizieren, jeden Jahreskreis bewusst begehen, neue Rituale teilen, Bücher lesen und Kurse machen. Und irgendwo zwischen all dem entsteht schnell dieses Gefühl: Da müsste ich eigentlich auch noch hin.
Ich habe sogar einen echt Klasse & magischen Kurs gekauft, den ich unbedingt machen wollte. Bis heute habe ich ihn nicht beendet. Ich hatte schlicht keine Kraft dafür.
Und irgendwann musste ich darüber nachdenken, wie absurd das eigentlich ist.
Ich beschäftige mich mit Spiritualität, weil ich bewusster leben möchte. Weil ich wieder mehr auf meinen Körper, die Natur und meine eigenen Bedürfnisse hören möchte.
Und gleichzeitig habe ich daraus wieder eine Liste gemacht.
Noch ein Ritual, noch ein Buch, noch mehr Wissen und noch eine Sache, die ich endlich umsetzen wollte.
Dabei muss Spiritualität nicht bedeuten, ständig an sich zu arbeiten. Sie muss auch kein Wettlauf sein. Kein Vergleich damit, wer mehr weiß, mehr praktiziert oder schon weiter auf seinem Weg ist.
Manchmal bedeutet sie auch, den Laptop zuzuklappen.
Eine Bestellung erst morgen zu packen, den Kurs nicht fertig zu machen, das Buch liegen zu lassen.
Einfach im Wald zu sitzen, ohne daraus direkt ein Ritual machen zu müssen.
Ich bin damit noch lange nicht durch. Ich übe gerade, Dinge nicht mehr gleichzeitig tragen zu wollen.
Und manchmal bedeutet das ganz unspektakulär:
Heute mache ich einfach nichts mehr.
Nicht als Ritual.
Nicht als Challenge.
Einfach, weil ich müde bin.
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